Der Schwur
In der würdigen Atmosphäre des Ulmer Münsters hat Ulm mit seinen Gästen am 21. Juli den Schwörmontag gefeiert.
Oberbürgermeister Martin Ansbacher erinnerte in seiner Rede an eine
zentrale Botschaft des Ulmer Stadtfeiertags, dessen Ursprung im Jahr
1345 liegt. Sie besteht darin, dass alle Einzelinteressen zugunsten des
Gesamtwohls der Stadt zurückstehen müssen. „Oberbürgermeister,
Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger sowie der Gemeinderat sind bis heute
gleichermaßen verpflichtet, vor allem den innerstädtischen Frieden zu
wahren“, sagte Ansbacher.
Ansbacher bekräftigte: „Vor dem
Hintergrund der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen und in
Erinnerung daran, dass vor 80 Jahren der auch für unsere Stadt
verheerende Zweite Weltkrieg endete, muss uns weiterhin bewusst sein,
dass wir alle die Aufgabe haben, uns für einen umfassenden Frieden
einzusetzen, jeden einzelnen Tag und jede und jeder immer und überall.
[…] Wir dürfen nicht nachlassen, uns Tag für Tag für eine Welt und für
eine Stadt einzusetzen, in der Toleranz, Respekt, Menschlichkeit und
Frieden herrschen.“
Die Rede endete mit dem alten Schwur, den Ansbacher erneuerte.
Er gelobte,
„Reichen und Armen
ein gemeiner Mann zu sein
in den gleichen,
gemeinsamen und redlichen Dingen
ohne allen Vorbehalt.“
Nach 2023 war es erst das zweite Mal in der Geschichte des Schwörmontags, dass die Feier ins Ulmer Münster verlegt wurde. Grund dafür war der anhaltende Regen. Normalerweise wird die Schwörfeier auf dem Weinhof abgehalten. Für das Land Baden-Württemberg nahm Justizministerin Marion Gentges an der Feierlichkeit teil. Musikalisch begleitet wurde das Fest von der Jungen Bläserphilharmonie Ulm. Beendet wurde es vom Tanz des Fischerstechens vor dem Hauptportal des Münsters.